Im Rahmen des Erasmus+-Programms hatten wir – Pius, Noah und Jonas, drei angehende Gärtner im Garten- und Landschaftsbau aus zwei verschiedenen Klassen – die Möglichkeit, drei Wochen in Österreich zu verbringen. Da wir Interesse an einem Auslandsaufenthalt hatten, haben wir uns beworben und wurden schließlich angenommen. Rückblickend können wir sagen: Es hat sich definitiv gelohnt.
Die erste Woche verbrachten wir an der Gartenbauschule Langenlois, der einzigen Gartenbauschule dieser Art in ganz Österreich. Dort wohnten wir im Internat und nahmen am Unterricht einer Klasse teil. Besonders spannend war, dass die Klasse aus verschiedenen Fachrichtungen des Gartenbaus bestand. Dadurch konnten wir nicht nur etwas über den Garten- und Landschaftsbau lernen, sondern auch Einblicke in Bereiche wie Gemüsebau oder Zierpflanzenproduktion gewinnen. Die Schule verfügt außerdem über einen eigenen Betrieb mit Baumschule, Gemüsebau und weiterem. Beeindruckt hat uns auch die Ausstattung: Neben zahlreichen beschilderten Pflanzen gab es einen Fitnessraum, einen Chill-Raum, einen großen Schaugarten inklusive Kletterwand und sogar Schwimmbad. Unser gemeinsames Zimmer war sehr großzügig geschnitten und bot jede Menge Platz.
Anschließend arbeiteten wir zwei Wochen beim Garten- und Landschaftsbaubetrieb Kittenberger. Dort haben wir erst einmal eine Führung über das beeindruckende Gelände mit etlichen sogenannten Erlebnisgärten bekommen, das jede erdenkliche Art von Garten und auch die größte Kräuterschnecke der Welt bot. Die Arbeit fand dann allerdings hauptsächlich für Privatkunden in Richtung Wien statt. Dort waren wir bei ganz unterschiedlichen Projekten im Einsatz – von der Gartenpflege über den Neubau von Gartenanlagen bis hin zum Abbau eines Messestands. Besonders interessant war für uns die Arbeit an Naturpools, die zu den Spezialitäten des Betriebs gehören. Jeder von uns konnte dabei praktische Erfahrungen sammeln und Neues dazulernen.
Auch außerhalb von Schule und Betrieb gab es viel zu entdecken. Langenlois ist eine kleine, aber sehr charmante Stadt in einer bekannten Weinregion. Für die Zeit im Betrieb hatten wir eine Ferienunterkunft gebucht, die gut ausgestattet und trotzdem günstig war. Die österreichische Kultur unterscheidet sich zwar nicht grundlegend von der deutschen, doch der Dialekt und die kreativen Ausdrücke sorgten immer wieder für Unterhaltung. Einige enge Gassen erinnerten uns sogar etwas an Südosteuropa. An den Wochenenden besuchten wir außerdem Wien mit dem Prater (Jahrmarkt), dem Schloss Belvedere und einer Bar, in der kostenlos Erdnüsse gesnackt werden konnten. Auch ein Wiener Schnitzel und Backhendl standen selbstverständlich auf dem Programm.
Für uns war Erasmus+ eine wertvolle Erfahrung. Neben fachlichen Erkenntnissen – insbesondere rund um das Thema Naturpools – haben wir gelernt, uns auf neue Situationen einzustellen und unseren Horizont zu erweitern. Allein die gemeinsamen Erlebnisse waren die Reise wert. Deshalb können wir anderen Schülerinnen und Schülern unserer Schule nur empfehlen, die Chance auf einen Erasmus+-Aufenthalt zu nutzen.
Und wenn ihr wissen wollt was “An Eitrige mit am Knäusel und am Sechzigerblech” ist dann müsst ihr wohl auch nach Österreich. ;-)



