Oftmals ist es für Schülerinnen und Schüler ergänzend zum Unterricht bereichernd, historische Orte des Geschehens zu
besuchen. Deshalb machten wir - die Jahrgangsstufe 1 und der SO1 - am 15.05.26 mit unserem Geschichtslehrer Herr Ellwanger eine Exkursion zum KZ-NatzweilerStruthof.
Wir fuhren mit dem Bus von der Edith-Stein-Schule bis zum Bahnhof in Rothau, der ehemalige Ankunftsort der Häftlinge des KZ-Natzweiler-Struthof. Am Bahnhof bekamen wir bereits einen Eindruck, welches Leid die Häftlinge erleben mussten, da sie von dort aus 7-8 Kilometer den steilen Weg zum Lager absolvieren mussten.
Anschließend sind wir mit dem Bus zum Lager gefahren. Bevor wir das KZ betreten haben, betrachteten wir von außen dasTor. Unsere Lehrkräfte, Herr Ellwanger und Herr Schiel, führten uns durch das gesamte Lager und berichteten an jeder Station interessante und schockierende Fakten.
Bei der ersten Station bekamen wir einen Gesamtüberblick über das Lager. Unser Weg führte uns nun, entlang der ehemaligen Häftlingsbaracken, den Berg hinunter in Richtung des Krematoriums.
Im Krematorium lag eine beklemmende und traurige Stimmung über uns. Es war interessant und zugleich erschreckend. Die Erklärungen unserer Lehrkräfte haben uns vor allem dort sehr weitergeholfen, die Geschehnisse zu verstehen.
Unser Weg führte uns weiter an der Aschegrube vorbei zum Gefängnis des KZ. Dort fanden wir die sehr engen Gefängniszellen vor, in denen die Häftlinge ausharren mussten. In den damaligen Standardzellen wurden oft bis zu 20-40 Häftlinge zusammen eingesperrt.
Anschließend sind wir auf den Appellplatz gegangen und haben den Galgen angeschaut. Auf diesem Platz mussten die Deportierten jeden Morgen und jeden Abend zur Zählung antreten und oft bei Hinrichtungen am Galgen zusehen.
Nach diesen vielen Eindrücken konnten wir das Museum besichtigen. Dort findet man eine Ausstellung über die Geschichte des Lagers und seiner Außenlager. Die Infotexte waren auf Französisch, die Originaldokumente und Quellen jedoch in Deutscher Sprache. Besonders furchterregend waren die Bilder der Menschenversuche des Arztes Prof. Dr. August Hirt. Er missbrauchte die Häftlinge unter anderem für tödliche Giftversuche. Für seine berüchtigte "Skelettsammlung" ließ er
jüdische Menschen aus Auschwitz in Struthof ermorden, um deren Leichen in Straßburg auszustellen.
Nach dem Museumsbesuch fuhren wir mit dem Bus zur circa 800m entfernten Gaskammer. In diesem Gebäude konnten wir Infotafeln über die Schicksale einzelner Opfer lesen.
Für den Abschluss der Exkursion fuhren wir erneut hoch zum KZ und betraten die Nationale Gedenkstätte. An diesem Mahn- und Denkmal legten wir einen Blumenkranz nieder. Dieser wurde von Frau Susann Schröder (einer Lehrerin der Edith-SteinSchule) angefertigt.
Ergänzend dazu wurde das Gedicht "Todesfuge" von Paul Celan vorgetragen. Wir gedachten allen Opfern und Märtyrer des Nationalsozialismus.
Trotz schlechter Witterungsbedingungen und bereits früherer Besuche des Konzentrationslagers empfanden wir die Exkursion als sehr lehrreich und interessant.
Text: Yolla Frauendorf und Charlotte Ehret, GG12
